Die orthodoxe Kirche in den böhmischen Ländern (Böhmen und Mähren) und der Slowakei

 

Die ersten Impulse zur Christianisierung unseres Gebietes kamen zu einer für die Missionstätigkeit sehr ungünstigen Zeit. Die Kirche war damals nämlich von den Konflikten ihrer weltlichen „Beschützer“ geplagt, die häufig versuchten, sie als Instrument für die eigenen Expansionsbestrebungen zu benutzen.

 

Am markantesten zeigte sich dies an den Methoden der fränkischen Missionare. Jedoch gelang es den sog. slawischen Aposteln Kyrillos und Methodios, die aus Thessaloniki gekommen waren, dank ihrer Genialität und ihrem geistlichen Reichtum, das Wesentliche zu finden, was die Kirche zur Kirche Christi machte und macht. Statt sich für die Durchsetzung von Machtinteressen herzugeben, entschlossen sie sich, das Volk wahrhaftig mit dem Geist des Evangeliums zu durchwirken und auf dem Gebiet der mitteleuropäischen Slawen ein eigenständiges Kirchengebilde als Gegengewicht zu der existierenden scharfen „Blockkonfrontation“ zu errichten. Hierin waren ihre Bemühungen authentisch orthodox.

 

Als ihre vorrangige Aufgabe betrachteten sie es, die Bibel und die Heilige Liturgie den Menschen verständlich zu machen. In diesem Zusammenhang wurden sie nicht nur zu Missionaren, sondern auch zu den Begründern des slawischen Schrifttums und der Kultur überhaupt.

 

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